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Die Hohkönigsburg zwischen Mittelalter und Moderne
reiseführungen

©JL Stadler

Burgführungen

Bis zu neun Meter dicke Mauern, Schießscharten, Türme, Wohn- und Schlafräume, der Festsaal, die Waffenkammer, die Küche: Alles ist in einem perfektem Zustand, seit Kaiser Wilhelm II die Festung vor etwa einhundert Jahren wiederherstellen ließ. Der Rundgang durch die Burg dauert etwa eineinhalb Stunden. Wer will, kann sich einer Führung anschließen. Für deutschsprachige Besucher gibt es von Mai bis Oktober täglich um 12 und 15 Uhr Führungen (ohne Zuschlag). Darüber hinaus halten die 33 Mitarbeiter der Burg (im Sommer sind es 76) ein umfangreiches Besichtigungsprogramm bereit mit Führungen zu unterschiedlichen Themen und in fünf Sprachen für Einzelbesucher, Familien, Gruppen, Behinderte und Schulklassen.

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Die Haut-Kœnigsbourg (Hohkönigsburg) wurde im XII. Jahrhundert von den Hohenstaufen auf einem über 700 Meter hohen Vorberg der Vogesen erbaut, der sich über die Rheinebene erhebt.

Durch diese außergewöhnliche Lage war die Hohkönigsburg ein ideales Refugium, aber auch ein idealer Ort zur Überwachung der Straßen nach Lothringen und der Nord-Süd-Verbindungen in der elsässischen Ebene.

Mitte des XV. Jahrhunderts war die Burg Zufluchtsort von Raubrittern und wurde besetzt und zerstört. Ab 1479 wurde die Burg, die in den Besitz der Habsburger gekommen war, wiedererbaut, vergrößert und mit einem modernen Verteidigungssystem ausgestattet. Dieses System hielt 150 Jahre später jedoch nicht der Artillerie der Schweden bei der Eroberung des Elsass stand. Wenig später wurde die Burg ausgeraubt und brannte ab. Ihre Reste standen danach zwei Jahrhunderte verlassen da.

Bis ins XIX. Jahrhundert blieben jedoch großartige und außergewöhnlich gut erhaltene Ruinen stehen, die 1862 von den französischen Behörden unter Denkmalschutz gestellt wurden.

1871 wird das Elsass an Deutschland angeschlossen.

Im Jahr 1899 schenkte die Stadt Sélestat die Burg Kaiser Wilhelm II., der den jungen Architekten und Spezialisten für mittelalterliche Befestigungsbauten, Bodo Ebhardt, mit der Wiederherstellung beauftragte. Die Arbeiten wurden von 1900 bis 1908 methodisch und unter streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten durchgeführt.

Durch die so restaurierte Hohkönigsburg ist es heute möglich, den Aufbau und die Funktionsweise einer mittelalterlichen Bergfestung zu verstehen.

Die Burgsäle beherbergen eine wichtige Waffen- und Möbelsammlung, größtenteils aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert, die aus Schenkungen und vor allem aus Ankäufen im Elsass, in der Schweiz, in Bayern und in Tirol durch den Hohkönigsburgverein (Freundeskreis der Burg) sowie der Lothringer Historischen und Archäologischen Gesellschaft stammen.

Bis Ende 2006 war die Burg in französischem Staatsbesitz und wurde vom nationalen Denkmalamt in Paris verwaltet. Seit dem 1.1.2007 ist es in den Besitz des Departements Bas-Rhin übergegangen und wird seitdem auch direkt von der elsässischen Gebietskörperschaft verwaltet.

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